Angesichts der plötzlich hochgepoppten, sogenannten „Dienstwagen-Affäre“ der Ministerin Ulla Schmidt hat Linkfluence Deutschland analysiert, wie man sich im politischen Web mit diesem Thema auseinandersetzt. Mit Stand 28.7. vormittags (10.30 Uhr) sehen die Dinge so aus:
Seit Samstag, 25.7., sorgten über 360 Beiträge über Ulla Schmidt und Ihren Dienstwagen für großen Wirbel. Allerdings wirbeln bisher vor allem die Medien. Denn 86 % der Beiträge, Posts und Kommentare stehen auf professionellen Medienseiten und Seiten der politischen Parteien und Institutionen.
Dagegen hält sich die politische Blogosphäre noch zurück. Insgesamt finden sich 50 Beiträge (entsprechend 14% aller Beiträge) auf Nicht- Medienseiten. Auf die einzelnen Communities im politischen Web verteilen sich die Beiträge wie folgt:
Konservative Community: 2,5 %
Liberale Community: 3,4 %
Grüne Community: 0,5 %
Sozialdemokratische Community: 0,5 %
Rechte Community: 1,1 %
Linke Community: 2,3%
Ein gefundenes Fressen ist das Thema für einige Satire-Seiten (3,6 %), die auch die spontane Werbeaktion eines Automobilverleihers aufgreifen.
Die Tonalität der Beiträge aus der liberalen, konservativen und rechten Community ist voller Spott und Hohn für Ulla Schmidt. In der liberalen Community werden zusätzlich Fragen nach Gewissen und Moral gestellt. Die grüne und sozialdemokratische Community hingegen kommentiert das Thema bislang praktisch nicht oder zeigt sich uninteressiert. In der linken Community hingegen freut man sich über das Sommertheater und die scheinbar perfekte Vorlage aus dem sozialdemokratischen Regierungslager. Hier weist man gerne auf grassierende Doppelmoral hin und bemüht dafür die Flüge anderer Politiker (wie z.B. von Angela Merkel nach Sylt) als Beleg.
Der Sommer hat also auch im poltischen Web begonnen, das erste Loch hat sich offenbar aufgetan. Ob es aber aus geschäftiger medialer Leere besteht oder tatsächlich für eine interessante Auseinandersetzung im Web und an Deutschlands Stamm- und Wohnzimmertischen taugt, muss sich erst noch zeigen. Den Akteuren im politischen Raum kann man vorerst nur raten, sich nicht zu vollmundig aus dem moralischen Fenster zu hängen, bevor nicht substanzielle Verfehlungen offenkundig sind. Denn zum einen lassen sich die Bürger nicht immer und jedes Mal von vordergründigen Empörungsinszenierungen beeindrucken. Zum anderen nutzt ein Teil der Bundesbürger selbst Dienstwagen. Und raten Sie mal was viele von denen im Sommer mit ihrem Wagen machen: Na klar, in Urlaub fahren.
Wie es weiter geht können Sie demnächst auf diesen Seiten nachvollziehen.





